Warum wird der Boden gehackt?
Das Hacken ist eine der häufigsten Arbeiten im Garten. Diese Tätigkeit dient der Bodenlockerung. Ein lockerer Boden ist besser belüftet, kann vermehrt Wasser aufnehmen und lässt dich leichter pflegen, denn auch die Unkräuter lassen sich einfacher entfernen.
Gehackt wird schon bei der Neuanlage eines Beetes und dann regelmäßig während der gesamten Vegetationsperiode, denn regelmäßiges Hacken spart zusätzlich Wasser bei der Bewässerung der Pflanzen. Wenn man den Boden über einen längeren Zeitraum in Ruhe lässt, so bilden sich kleine Kanäle, sogenannte Kapillare, durch die das gespeicherte Wasser aufsteigt und bei warmen Temperaturen an der Oberfläche verdunstet.
Durch das regelmäßige Hacken zerstört man die Kapillare immer wieder und verhindert dadurch die massive Verdunstung. Der Boden speichert länger das Wasser und es muß nicht so häufig gegossen werden.
Alternative: Mulchen
Ein Alternative zum Hacken ist das Mulchen. Darunter versteht man das Abdecken des Bodens mit organischem und allmählich verrottendem Material wie gehäckselter Gehölzschnitt, Rasenschnitt, Herbstlaub, Rindenhumus und abgeerntete Gründüngung. Durch das Mulchen entsteht eine Art Isolationsschicht, die den Boden warm hält und bei starker Sonnenbestrahlung eine Überhitzung wiederum verhindert. Nebenbei verhindert die Mulchschicht natürlich auch eine vermehrte Verdunstung und unterdrückt das Auflaufen von lichtkeimenden Unkräutern, weswegen sie das Hacken ersetzen kann.
Zurück zum Hacken:
Je nach Bodenart, Bearbeitbarkeit und Pflanzenart wird man verschiedene Hacken benötigen.
Die Familie der Hacken besteht aus folgenden Arten:
- Schlaghacken:
Der Name erklärt die Tätigkeit. Mit dieser Hacke wird der Boden geradezu zerschlagen. Dies wird notwendig bei der tiefen Bodenlockerung, bei sehr schweren oder steinigen Böden oder bei der Neuanlage eines Beets, wenn der Boden stark verdichtet oder auch verunkrautet ist.
Aus diesem Grund bestehen Schlaghacken in der Regel aus einem stabilen, geraden Blatt mit einer scharfen Kante am langen Stiel.
Es gibt in dieser Kategorie nochmals eine Unterteilung in die Haue mit einem sehr langen (mindestens 15 cm) und stabilem Blatt am langen Stiel, die Blatthacke, deren Blatt ca. 10 - 12 cm lang ist und die Unkrauthacke mit einem kurzen Blatt unter 10 cm Länge und den sogenannten Karst.
Der Karst ist allerdings ein eigenes sehr altes und traditionsreiches Gartenwerkzeu, bei dem das Blatt in zwei Zinken ausläuft. Man nennt den Karst auch Zweizahn.
Je länger und massiver das Blatt desto schwerer das ganze Gerät, weswegen es sich tatsächlich lohnen könnte, verschiedenen Hacken zu besitzen für unterschiedliche Tätigkeiten.
- Ziehhacken:
Man benutzt diese Hacken mit einer ziehenden also rückwärts gerichteten Bewegung hauptsächlich zum Unkraut jäten und damit einhergehend zur oberflächlichen Bodenlockerung. Fast alle klassischen Ziehhacken sind Bügelhacken (siehe Bild oben) und bestehen damit aus einem schmalen und leichtem Blatt am Ende eines Metallrahmens mit einer scharfen schneidenden Kante. Das Blatt wird parallel zur Bodenoberfläche durch die Erde gezogen, so dass die Unkräuter geradezu abgeschnitten werden. Ebenso funktionieren die Pendelhacken, bei denen das Blatt jedoch beidseitig scharfe, schneidende Kanten aufweißt. Der Metallrahmen ist bei ihnen allerdings nicht Starr, sondern mit einem Pendelgelenk am Stiel befestigt, so dass man die Hacke sowohl ziehend als auch stoßend einsetzen kann. Welche Art der Hacke man hier bevorzugt, ist absolute Geschmackssache und muß ausgetestet werden.
- Stoßhacken:
Diese Art von Hacken sind ebenfalls unter dem Namen Schuffel bekannt. Zu Ihnen könnte man auch die zuvor schon genannte Pendelhacke zählen, denn sie verfügen über ein beidseits geschliffenes Blatt. Dadurch können sie sowohl stoßend als auch ziehend eingesetzt werden und sind somit ein Allround-Talent bei der Unkrautvernichtung.
- Doppelhacken:
Doppelhacken heißen auch Kombi-Hacke oder Duo-Hacke, denn sie stellen zwei Geräte in einem dar.
Die Kombihacke hat sowohl ein breites langes Blatt zum Hacken und schlagen auf der einen Seite des Stiels als auch ein dreizinkiges auf der anderen Seite. Sie ist also eine Kombination aus Zieh- und Schlaghacke.
- Spitzhacken:
Unter einer Spitzhacke versteht man ein Gerät zum Auflockern von stark verfestigten und verdichteten Untergründen. Der sogenannte Pickel hat ein spitz zulaufendes sehr kräftiges Blatt, um den Untergrund leicht durchdringen zu können. Auch bei der Spitzhacke kommt oft ein Kombinationsblatt vor mit einer spitzen und einer geraden Seite. Üblicherweise ist der stiel kürzer wie bei allen anderen Hacken, da man die Spitzhacke mit viel Schwung über die Schulter schwingt, so dass viel Kraft aus der Bewegung geholt werden kann.
- Radhacken:
Radhacken sind für die Bodenbearbeitung von größeren Flächen oder langen Pflanzreihen gedacht. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie ein altertümlicher Pflug, denn sie bestehen aus einem Rad, das mit Hilfe eine Gestänges über den Boden geschoben werden kann. Hinter dem Rad können an einem Gestell verschiedene Hackmesser, Pendelhackmesser oder Zinken angebracht werden je nach Modell auswechselbar oder fest installiert.
Radhacken werden von Menschenhand geschoben. Sie funktionieren ohne Motor und sind damit eine umweltschonende Methode des Jätens und Hackens im Erwerbsgartenbau.
- Motorhacken:
Ähnlich wie bei einem Vertikutierer haben Motorhacken um eine Achse drehende Hackmesser oder Zinken. Die Motorhacke ist die motorisierte Form der Gartenhacke, die vor allem zur Beetneuanlage verwendet wird. Es gibt sie mit Benzinmotor, Elektromotor oder neuerdings auch erste Modelle mit Akku-Betrieb. Die Messer der Motorhacke fräsen sich geradezu in den Boden, dabei wird der Boden zunächst aufgebrochen und durch die nachfolgenden Messer fein zerkrümelt. Dabei wird automatisch das Unkraut herausgerissen und gleichzeitig wieder in den Boden eingearbeitet.
Motorhacken kommen zunehmend mehr auch im Hobby-Gärtner-Bereich in Trend, denn sie werden mittlerweile auch in sehr leichter und kleiner Form gebaut, die einer Motorsense sehr ähnlich sehen und auch in kleineren Beeten sinnvoll angewandt werden können.
Einkaufs-Tips:
Hacken gehören auf jeden Fall zur Grundausstattung eines Hobby-Gärtners. Im Normalfall benötigt man eine Schlaghacke zum Lockern und eine etwas feinere Variante zum Jäten. Statt einer Zieh- oder Stoßhacke verwenden viele Gärtner lieben einen Kultivator, der sich vielseitiger einsetzen läßt.
Achten Sie beim Einkauf auf folgende Qualitätsmerkmale:
- Die Hackblätter sollten möglichst aus einem Stück gefertigt sein und aus Edelstahl oder verzinktem Metall bestehen.
- Die Stiellänge ist entscheidend, um gesund und körpergerecht arbeiten zu können.
Die Stiellänge sollte bei Ziehhacken zwischen Stirn- und Schulterhöhe und bei Schlaghacken zwischen Brust- und Schulterhöhe liegen.