Der Begriff Grabegabel ist vielleicht nicht so geläufig. Man darf sich aber ein Gartenwerkzeug vorstellen, das so ähnlich wie eine Mistgabel aussieht, denn bei einer Grabegabel besteht das Blatt aus vier bis fünf breiten Stahlzinken. Diese sind am Ende spitz zulaufend, damit sie besser in den Boden stechen können, auch wenn dieser stark verdichtet und schwer ist. Der restliche Teil der Zinken darf jedoch keine schneidenden Kanten haben. Oft genug sticht man ausversehen mit der Grabegabel in einen Wurzelballen. Geschieht dieses mit abgerundeten Zinken, so verletzt man die Wurzeln nur leicht und die Pflanze wird nicht geschwächt oder stärker beschädigt.
Dieses Gartengerät wird vor allem zur schonenden Bodenlockerung eingesetzt. Gräbt man einen Boden mit dem Spaten um, so zerstört man dabei die Bodenschichtung und -struktur. Gut gelockerter feinkrümeliger Oberboden gerät in die Unterschicht und andersherum. Gleichzeitig werden die Kapillaren vernichtet, über die das Wasser zu den Pflanzenwurzeln gelangt. Aus diesem Grunde ist das Umgraben nicht angebracht, wenn man den Boden nur einfach tief lockern möchte.
Wie lockert man mit einer Grabegabel den Boden?
- Die zu bearbeitende Fläche wird in Reihen und rückwärtsgehend bearbeitet. Beginnen Sie also in einer Ecke Ihrer Wahl und arbeiten Sie sich Stück für Stück und Reihe um Reihe durch Ihr Beet.
- Setzen Sie die Gabel mit den Zinken senkrecht auf den Boden auf und stechen Sie diese tief in den Boden ein. Bei schweren oder nassen Böden muss man eventuell den Fuss zu Hilfe nehmen, um die Zinken wirklich tief in den Boden treiben zu können.
- Ziehen Sie nun den Stiel der Grabegabel zu sich heran. Dabei bewegt sich die Gabel in Richtung der Bodenoberfläche und durchlüftet und lockert währendessen die oberste Bodenschicht ohne eine Umverteilung der Bodenstruktur zu verursachen.
- Gehen Sie nun einfach einen Schritt rückwärts und ziehen Sie dabei die schräg stehende Grabegabel in diesem vorgegebenen Winkel aus dem Boden heraus.
- Durch den Rückwärtsschritt stehen Sie schon richtig, um den Vorgang zu wiederholen. Man sticht der Reihe nach ungefähr alle 20 cm in den Boden und lockert diesen Teil wie beschrieben auf. Hat man eine Reihe geschafft, so beginnt man mit der nächsten und im Handumdrehen ist der Boden eines Beetes gut gelockert und belüftet.
Die Grabegabel kann aber auch noch zu anderem Zweck verwendet werden:
- Beim Ernten von Wurzelgemüse ist die Grabegabel ein äußerst praktisches Werkzeug. Mit Hilfe der breiten Zinken erntet man wirklich nur Karotten, Rettich, Rote Beete und Co und die Erde bleibt wo sie hingehört. Zudem kann man beim Ernten aufrecht stehen und muss sich nicht hinknien oder bücken, so dass ein rückenschonendes Arbeiten möglich ist.
- Ähnlich wie zuvor beschrieben, kann man mit der Grabegabel nach dem Unkrautjäten die restlichen, verbliebenen Wurzeln von Giersch, Quecke, Ackerwinde und Löwenzahn aus dem Boden sieben.
- Möchte man zu große oder vergreiste Stauden möglichst schonend teilen, so nehme man zwei Grabegabeln zur Hand. Diese werden Rücken an Rücken in die Mitte der Staude gestochen. Nun können beide Grabegabeln vorsichtig von einander weggedrückt werden, so dass sich die Wurzeln langsam und ohne grobes durchstechen in zwei Hälften lösen können. Diese Art der Teilung ist für die Pflanze wesentlich schonender als wenn man sie einfach mit dem Spaten in der Mitte durchschnitten hätte.
- Sollen Sträucher oder größere Stauden umgesetzt werden, so kann man ihre Wurzelballen zunächst mit dem Spaten rundherum abstechen. Passen Sie auf, dass der Wurzelballen nicht zu klein gerät und die Pflanze dadurch am nächsten Standort nicht zu Beginn ihres Einlebens unterversorgt ist. Der Vorgang des Umpflanzens bedeutet an sich schon genügend Stress.
Häufig lassen sich alte gut eingewurzelte Pflanzen nicht alleine durch das Abstechen lösen. In so einem Fall ist es ratsam vorsichtig mit der Grabegabel unter den Wurzelballen zu stechen und diesen vorsichtig anzuheben. Wiederholt man das von allen Seiten, so können sich die Wurzeln langsam aus dem Erdreich lösen ohne größeren Schaden davontragen zu müssen.
- Beim Umsetzen und Verteilen von Kompost leistet einem die Grabegabel meistens einen besseren Dienst wie eine Schaufel oder gar ein Spaten, da im Kompost oft noch gröbere Bestandteile vorhanden sind, die sich leichter von einer Gabel aufspießen lassen.