Gartenwerkzeuge reinigen und pflegen für die Überwinterung
12. November 2010 - 16:19 – gunilla
Wie pflegt man Gartenwerkzeuge:
- Alle gestielten Gartenwerkzeuge wie Schaufeln, Spaten, Hacken, Rechen & Co müssen zunächst mal von den Resten der letzten Saison gereinigt werden.
Am besten bürstet man die anhaftenden Erdreste mit einer Bürste trocken ab. Was sich auf diese Art und Weise nicht lösen lässt, kann mit klarem Wasser und einem Schwamm abgewaschen werden. Die Metallteile sollten hinterher sorgfältig getrocknet werden. Hat sich während des Sommers Flugrost gebildet, so kann man diesen mit einer Drahtbürste oder mit Stahlwolle abreiben. Abschließend sollten die Metallteile unbedingt eingeölt werden, um vor dem Verrosten geschützt zu sein. Hierfür eignet sich ein ganz normales Pflanzenöl genauso wie das altgediente Balistol-Öl oder auch natürlich von den Herstellern produzierte Pflegemittel. Sowohl Ballistol wie auch spezielle Gartengeräte-Pflegemittel bestehen aus weißem Öl, das gut verträglich für die Umwelt ist und nicht vor Benutzung wieder entfernt werden muß.
Überprüfen Sie auch die Holzstiele der Geräte. Lockere Stiele sollten wieder befestigt werden. Sehr üblich, aber nicht empfehlenswert ist das Quellenlassen des Holzes, indem man Stiel samt anhängendes Metallteil in einen Eimer voll Wasser stellt. Kurzfristig mag diese Methode zwar funktionieren, doch nach einer heißen Trockenperiode im Sommer ist der Stiel wieder locker. Außerdem besteht bei dieser Methode die Gefahr, das Bakterien und Pilze in das Holz eindringen und Fäulnis verursachen, so dass der Stiel an dieser Stelle geschwächt wird und früher oder später bricht. Viel sinnvoller ist das verkeilen des Stiels mit einem Holz-oder Metallkeil, wenn es nicht ausreicht, den Stiel neu zu vernageln. Rauhe oder gesplitterte Stellen am Stiel können mit einem feinen Schleifpapier (mindestens 120iger Körnung) geglättet werden. Hierfür ist Stahlwolle nicht sehr empfehlenswert, da im Holz leicht Fasern hängenbleiben können, die später bei der Benutzung des Geräts an dn Händen Verletzungen verursachen können. Abscließend können auch die Holzstiele eingewintert werden, in dem man sie mit einer Mischung aus Leinöl und Terpentinersatz (1:1) einlässt. Das Leinöl hat dabei die pflegende Wirkung und der Terpentinersatz sorgt nur für das tiefere Eindringen in das Holz. Der Stiel ist nun wieder geschützt vor Feuchtigkeit und bleibt glatt und elastisch, so dass er die nächste Saison wieder gute Dienste leisten kann.
- Alle Schnittwerkzeuge wie Garten-, Ast-, Rosen-, Heckenscheren und jegliche Messer verdienen ebenfalls eine besondere Aufmerksamkeit vor der Winterruhe. Zunächst müssen auch sie von allen Benutzungsspuren gereinigt werden. Besonders kniffelig ist hierbei die Entfernung der Reste von Pflanzensäften, die sich beim Schneiden gerne an den Klingen festsetzen. Das Reinigen gelingt jedoch relativ einfach mit Hilfe von Spiritus und Stahlwolle. Tränken Sie die Stahlwolle mit etwas Spiritus, dann verschwinden solche Rückstände und gleichzeitig der Flugrost von ganz alleine. Schlimmstenfalls kann man die Klingen auch für einige Minuten im Spiritus einweichen. Es sollten jedoch keine anderen Bereiche des Werkzeugs damit in Berührung kommen.
Nach der Reinigung folgt das Schärfen der Klingen. Dieses ist eine Wissenschaft für sich und nicht immer erfolgreich, wenn man nicht weiß, was man da tut. Ich persönliche überlasse diese Arbeit gerne dem Fachmann und bin bisher sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wer dennoch selbst Hand an den Stahl legen möchte, sollte dieses auch wirklich von Hand tun und nicht maschinell erledigen. Zu leicht kann man eine Klinge auch dauerhaft zerstören anstatt sie zu schärfen. Bewährt hat sich das Abziehen von Hand mit einem nassen Schleifstein. Dieser sollte tatsächlich auch bei Nichtgebrauch in Wasser oder Petroleum gelagert werden, damit seine Poren jederzeit ausreichend mit Flüssigkeit gesättigt sind.
Nach dem Schärfen werden sowohl die Klingen als auch die Gelenke gut eingeölt mit Ballistol-Öl oder anderen vom Hersteller empfohlenen Pflege-Ölen. Abschließend nur die Schrauben nachziehen und fertig. Gute Hersteller bieten alle Einzelteile ihrer Produkte auch als Ersatzteile an, so dass Klingen auch ausgewechselt werden können, wenn dies notwendig wird.
- Rasenmäher, egal ob elektrisch, motorisiert oder von Hand betrieben gehen ebenfalls gepflegt in den Winter.
Dies bedeutet, sie zunächst zu reinigen von anhaftenden Schnittgutresten. Da solche Reste meistens schon gut verklebt und verhärtet sind, empfiehlt sich hierfür die Verwendung eines Holz- oder Kunststoffspachtels fürs Grobe. Die Feinreinigung erfolgt dann besser mit der Bürste. Alle beweglichen Teile des Rasenmähers sollten als Schutz mit einem leichten Öl-Film benetzt werden.
Bauen Sie die Messer aus und lassen Sie sie vom Fachmann schleifen. Rasenmäher mit Benzinmotor benötigen eine zusätzliche Wartung des Motors. Die meisten Fachmärkte bieten eine komplette Inspektion relativ günstig an. Wer es selber machen mag, der sollte den Tank leeren, die Zündkerzen wechseln, einen Ölwechsel durchführen und den Luftfilter austauschen. Damit ist dem Rasenmäher ein langes Leben vorausgesagt und die Umwelt wird nicht unnötig belastet.
- Alle anderen Motorgeräte wie Heckenscheren, Kettensägen, Motorsensen oder auch Laubbläsern wollen enbenfalls gereinigt werden wie zuvor beim Rasenmäher beschrieben. Klingen und Sägeblätter solltem vom Fachmann geschliffen, ausgewuchtet und geölt werden. Überprüfen Sie bei Elektrogeräten, ob Kabel und Stecker in einem einwandfreien Zustand sind oder tauschen Sie sie gegebenenfalls aus. Für Benzinmotoren gilt der Ölwechsel und die Reinigung oder sogar der Austausch der Zündkerzen genauso wie beim Benzin-Rasenmäher.
- Schubkarren gehören ausgeleert und gründlich gereinigt mit Bürste und Wasser. Anschließend gut abtrocknen. Überprüfen Sie den Luftdruck des Reifens und füllen Sie gegebenenfalls ausreichend Luft nach. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um die Radlager zu fetten. Überprüfen Sie Holme und Griffe. Eventuell müssen Schrauben nachgezogen oder Griffe ausgebessert oder sogar erneuert werden.
- Gartenwerkzeuge, die mit Bewässerung zu tun haben wie Gartenschläuche, Sprenkler, Gießkannen, Regentonnen, Pumpen oder sogar ganze Bewässerungsanlagen müssen alle vom Wasser befreit und getrocknet werden. Regentonnen und Gießkannen am besten auf den Kopf stellen, damit sich nicht wieder neues Wasser ansammeln kann. Sie können draussen aufbewahrt werden, haben aber auch rein garnichts gegen eine frostfreie Überwinterung auszusetzen. Gartenschläuche gehören trocken und frostfrei aufgehängt. Brausen und Sprenkler können entkalkt und vom angesammelten Schmutz befreit werden. Stellen Sie rechtzeitig vor dem ersten Frost die Wasserleitung für Wasserhähne draussen ab und lassen sie die Hähne aufgedreht. So kann Restwasser entweichen und sprengt im gefrorenen Zustand nicht die Leitungen.
- Töpfe und Eimer gehören ebenfalls gereinigt und trocken aufbewahrt. Eimer aus Kunststoff brauchen außerdem einen frostfreien und dunklen Überwinterungsort, damit das Material keinen Schaden nimmt.
- Spritzgeräte und Pflanzenschutzmittel gehören ebenfalls in die frostfreie Überwinterung. Reinigen Sie die Pflanzenschutzgeräte sorgfältig von allen Rückständen und überprüfen Sie die Schläuche und Schlauchverbindungen aud Dichtigkeit. Siebe müssen eventuell entkalkt werden. Übrig gebliebene Pflanzenschutzmittel am besten dunkel und frostfrei in einem Schrank lagern. Bei der Gelegenheit lohnt sich eine Bestandsaufnahme. Dann können Sie rechtzeitig zur neuen Saison für ausreichend Nachschub sorgen.